Kommen Wahrheiten zur Welt


1. Überblick: Worum geht es in diesem Buch?

Das Bewusstsein ist dreimal entstanden: In der Evolution, im Gehirn zu Beginn eines Individuallebens (und dann immer wieder im Wachzustand) und JETZT in diesem Augenblick wird dem Leser dieser Text bewusst. Das Buch bringt viele erstaunliche, ungewohnte und rätselhafte Erkenntnisse zu Bewusstsein, indem die drei Perspektiven Evolution – Neurophysiologie – Introspektion in das augenblicklich Bewusste – bei verschiedenen Themen zusammengeführt werden zu einer ganzheitlichen Sicht auf das Bewusstsein. Z.B. bei Themenkomplexen wie Zufall/Kausalität/“Freier Wille“ oder „die Identifikationsleistungen von Tieren in Raum und Zeit“ oder „wir können begreifen, warum wir die Quantenphysik nicht begreifen“ oder einer neurophysiologischen Begründung für Immanuel Kants bekannte Erkenntnis „das Ding an sich ist nicht erkennbar“ und was daraus für die Bedeutung von Bewusstseinsinhalten folgt. Schließlich geht aus auch immer wieder um die räumlichen und zeitlichen Grenzen der Bewusstseinsinhalte, z.B. den Rand der Gesichtsfeldes nach links und rechts: wo das Bewusstsein räumlich endet. – Die – ganz neuartige – Zusammenschau der drei Perspektiven verhilft dem Leser zu einer wissenschaftlich begründeten Aufklärung über sein einziges „Lebenselexier“: sein eigenes Bewusstsein.


2. Inhaltsverzeichnis von „Kommen Wahrheiten zur Welt“

Inhaltsübersicht


3. Autobiografische Skizze: Wie ich zu diesem Thema kam

In meinem 4. Lebensjahr lief ich im Urlaub eine Sommerwiese im Taunus hinab. Mit leichter Neigung senkte sie sich von einer oben gelegenen Parkbank, von der aus meine Eltern mir zuschauten, hinunter. Inmitten der Wiese entsprang in einer sandigen Furche des Grases eine winzige Quelle. Munter glitzerte das Rinnsal im sandigen, in der Sonne hell leuchtenden Grund. Ich lief barfuß, stieg mit einem kleinen Schritt in die Furche hinunter und wenige Schritte zu der Quelle hinauf. Ich hatte noch nie eine Quelle gesehen. So bohrte ich erst mit einem Fuß, dann mit den Händen im sprudelnden Sand, um zu sehen, wo das Wasser herkommt. Ich wollte die „eigentliche“ Quelle entdecken.

Als ich – 10 Jahre später – begann, über die Zusammenhänge nachzudenken, die in diesem Buch thematisiert werden, erinnerte ich mich immer wieder an diese wohl früheste Kindheitserinnerung, mein Quellerlebnis. Allerdings mit einer variierten Fragestellung: Tritt das Bewusstsein im Gehirn nur hervor, oder wird es dort erzeugt? Das Thema meines Lebens. –

Die Antwort: weder – noch. Das Bewusstsein wird im Gehirn weder ursächlich oder womöglich zu einem bestimmten Zweck erzeugt, noch tritt es dort – von woher auch immer kommend / warum auch immer – hervor. Vielmehr gilt: Die elektromagnetische Oberfläche der Gesamtrekonstruktion ist bewusst.


Der Autor im Alter von vier Jahren:

Eine neue Methode zur Untersuchung des Bewusstseins:

Drei Blickrichtungen auf das Bewusstsein werden verknüpft und verwoben:

Die Entstehung der Bewusstseine

– in der Evolution (vor vielleicht 200 Millionen Jahren)

– in einem Zentralnervensystem (in der ersten Lebensphase eines Individuums)

– Jetzt

– Jetzt

– Jetzt

Neu:

a) Unter dieser Herangehensweise entsteht kein Geist-Materie / kein Leib-Seele Problem. (Deswegen muss auch kein solches Problem „gelöst“ werden.)

b) Es wird keine Ursache für „Bewusstsein“ ausfindig und dingfest gemacht, sondern seine Entstehung: seine dreifache Entstehung beschrieben.


4. Themen, die das Buch klärt:

Wie können wir begreifen, warum wir die Quantenphysik nicht begreifen können?

Zu welchem Zweck und wie erzeugen Zentralnervensysteme „Wahrheit“?

Wie sich die sogenannte Entstehung des Bewusstseins in die drei Rekonstruktionen einfügt, in denen sich das Leben entwickelt hat.

Warum und inwiefern der sogenannte „freie Wille“ eine unvermeidliche Illusion ist.

Die Folgen davon und die Ursache dafür, dass es in der Welt keine ideale Identität zwischen zwei Dingen und auch keine zwei ideal identischen Prozesse gibt. – Und warum wir trotzdem den Ausdruck „ideal identisch“ verstehen.

Inwiefern mein Ich recht zuverlässig erzeugt wird, aber weder vor-liegt wie die blaue Farbe des Himmels noch irgendetwas tun und handeln kann.

Warum das Universum nur jeweils so lang wie ein Zeitpunkt existiert und wie ein Gehirn trotzdem neurophysiologisch ein Zeitgefühl erzeugt.

Warum wir für unser Handeln die Verantwortung tragen: weil wir seine Folgen – auch empathisch – abschätzen können.

Warum KI nicht bewusst werden kann. Aber weitaus besser als wir Menschen komplexere Muster wird identifizieren kann und auch wird komplexer fortschreiben können (generative KI).

Warum das Eine-Ganze, warum ALLES ganz und gar bewusstlos ist, aber durchaus nicht alle die kleinwinzigen Einzelheiten darin, die wir Zentralnervensysteme nennen.

Warum Menschen natürlich kooperativ und empathisch sind – ebenso wie viele Säugetiere.


5. Leseprobe A

Fällt das Bewusstsein zu?

Heute Morgen sind Sie aufgewacht. Konnten Sie sich vorher dafür entscheiden (oder dagegen)? – Heute Abend werden Sie einschlafen. Haben Sie schon mal erlebt, was dabei herauskommt, wenn Sie „jetzt unbedingt einschlafen wollen“? – Ist Ihnen in dieser Woche mal „das treffende Wort nicht eingefallen“, obwohl es „auf der Zunge lag“? – Hatten Sie kürzlich eine tolle Idee? – Können Sie einen Gedanken oder eine Erinnerung so lange „bewusst“ festhalten, wie sie wollen oder entfällt Ihnen das, unwillkürlich? – Haben Sie schon einmal angesichts einer Entscheidung tagelang das Für-und-Wider erwogen – „sich“ dann entschieden – und nach zwei Monaten festgestellt, dass die Entscheidung falsch war? Haben „Sie sich“ entschieden oder ist Ihnen die Entscheidung ein – ge – fallen?

Können Sie jetzt entscheiden, was Ihnen als Nächstes bewusst wird? Oder fällt Ihnen das ein und zu?

Wollen Sie wahrhaben, dass nicht das Bewusstsein das Bewusstsein erzeugt? Oder anders gefragt: Wo war das, was Ihnen jetzt bewusst ist, bevor es Ihnen bewusst wurde? – Und wo ist es, nachdem es Ihnen bewusst geworden ist?

Solange wir bei Bewusstsein sind, können wir sehr viel über einen Blick nach innen, über Introspektion in unser eigenes Bewusstsein über dasselbe herausbekommen. Dabei fällt einiges Rätselhafte auf. Das wird ein wenig begreiflicher, wenn wir das Rätselhafte in größere Zusammenhänge einordnen:

a) Warum und zu welchem Zweck hat sich diese oder jene Eigenschaft des Bewusstseins in der Evolution der Säugetiergehirne entwickelt?

b) Lässt sich eine passende neurophysiologische Erklärung finden oder zumindest eine „Messung am Gehirn“, die das Rätselhafte objektiviert?

Ausblick: Im Zusammenhang mit der „Entstehung von Bewusstsein“ ist auch zu klären, wie sich Bewusstsein in der Evolution in kleinsten Schritten und unendlich langsam entwickelt hat. – Und zu welcher Zeit z.B. ein Menschenkind seine ersten Bewusstseinsinhalte hat, wie sich also Individualbewusstsein in kleinsten Schritten entwickelt? Es kam sicher nicht schon mit der Zeugung in das Kind und sicher nicht erst bei der Geburt.

(Hinweis: Die Leseprobe ist kein wörtliches Zitat aus dem Buch, sondern zeigt eine typische Leserführung und skizziert Argumentationsfiguren.)


6. Leseprobe B

Atome haben keine Oberfläche oder: wie gelingt Gehirnen Orientierung?

Atome werden in Schulbüchern so gezeichnet:

Welchem physikalischen Phänomen entspricht die Randlinie, bzw. Grenzlinie (die eigentlich eine Kugeloberfläche im Raum symbolisiert)? – Keinem Phänomen. Denn der Physiker Rutherford hat mit seinem „Goldfolienexperiment“ im leeren Raum der Atome keine Grenzlinien oder Oberflächen festgestellt. – Schauen wir auf die Elektronen in der Atomhülle und auf die Protonen und Neutronen im Atomkern. Auch sie sind jeweils mit einer scharfen Grenzlinie gezeichnet. Entspricht diesen Linien in der Wirklichkeit, in der Natur an sich selbst irgendetwas? – Nein, Nichts.

Die Grenzlinien für Atome und Elektronen in Physikbüchern täuschen etwas vor, was es nicht gibt, sie sind falsch. Atome haben keine Oberfläche. Elementarteilchen haben keine Oberfläche. – Zum Ende gedacht: die Welt besteht sicher nicht aus „kleinen Teilchen“. (Vielleicht aus Un-Dingern?)

Aber: Jeder Alltagsgegenstand besteht aus Atomen und Molekülen. Warum sieht jeder Mensch Oberflächen und Grenzlinien? Kurzantwort: Weil wir uns im Nebel und in der Dämmerung nicht orientieren können, weil die sichere Identifikation von Gegenständen unter solchen Bedingungen nicht gelingt. Die Kontrastverstärkung beginnt schon in der Netzhaut der Augen und sie wird zentralnervös noch weiter ausdifferenziert: Die Dinge werden neurophysiologisch abgegrenzt, denn nur etwas mit „klarer Kante“ ist auch klar identifizierbar. Das Gehirn erzeugt die Oberflächen! Denn ohne Grenzlinien – „im dämmerigen Nebel – ist keine Identifikation und daher auch keine Orientierung möglich. Und ohne Orientierung könnte man Fressfeinde mit Fortpflanzungspartnern verwechseln, giftige Nahrung mit Gesunder und eine freundliche Mimik mit Aggressivität.

Im Laufe der Evolution haben Gehirne gelernt, Grenzen geschickt zu setzen – und nicht etwa willkürlich-zufällig: so, dass die Grenzsetzung sich bewähren konnte, sich als orientierungstauglich erweisen konnte. – Oder das gelang eben nicht: Diese Varianten sind ausgestorben.

Anmerkung: Wird dürfen uns als Menschen nach etwa 500 Millionen Jahren Gehirnentwicklung als High-end-Produkte in Sachen Abgrenzung, Identifikation und Orientierung ansehen. Ebenso wie alle existierenden Tierarten in ihrem Lebensraum. Und wir Menschen sind in der Lage, diese Fähigkeiten der Musteridentifikation unter Nutzung von Künstlicher Intelligenz noch erheblich zu verbessern.

Trotzdem: Jede Orientierung hat ihren Preis: Wir können die Dinge nicht so sehen, wie sie an sich sind: mit ihren „Fließenden Übergängen“, mit ihren „verdunstenden“ Oberflächen, die sie allein schon deswegen unvermeidlich haben, weil sie aus Atomen mit „verdunstenden Oberflächen“ bestehen. Ohne aktive Grenzsetzung, ohne die neurophysiologische Erzeugung von Ober- und Grenzflächen können wir die Welt nicht begreifen, mit aktiven Grenz-Setzungen begreifen wie die Welt nicht, wie sie an sich ist, sondern falsch. Begrenzungslinien für Atome haben zwar keinen Grund (in „objektiven Sachverhalten“), aber einen Zweck: Ohne Begrenzungslinien hinzu zu fantasieren, können wir weder das oben gezeichnete noch irgendein anderes Atommodell begreifen.

Ausblick: Warum werden in keinem Schulbuch diese Rätsel der grafischen Darstellung von Atomen thematisiert? –

Ich halte fest: Die Oberflächen der Dinge, die ich sehe, sind eine bewährte Arbeitshypothese meines ZNS, bewährt über tausende Generationen meiner Vorfahren; Dinge, deren erfundene Ober- und Grenzflächen und -linien ihren Zweck erfüllen: die Identifizierbarkeit und damit die Orientierungsfähigkeit. Obwohl sie keinen Grund haben: Die Identifizierbarkeit von Dingen und Prozessen gründet nicht in deren eigener Identität.


7. Das Buch „Kommen Wahrheiten zur Welt“

Kommen Wahrheiten zur Welt

Evolution, Zufall, Bedeutung und Ohnmacht des Bewusstseins

Autor: Frank Senske

Erschienen Oktober 2023

Sprache ‏ : ‎ Deutsch

Taschenbuch ‏ : ‎ 503 Seiten

ISBN-10 ‏ : ‎ 3347951417

ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3347951419

Abmessungen ‏ : ‎ 16.99 x 2.57 x 24.41 cm